Aiptasia, oder kurz Glasrosen, sind im Allgemeinen dunkel Braun bis zu ganz hellen, fast durchsichtigen, eher beigen Braun Tönen . Die braune Farbe kommt von den Zooxanthellen, einer symbiotischen Alge. Aiptasia oder auch Glasrosen in den Aquarien sind normalerweise weniger als 6-8cm groß, mit einer Mundscheibe von ungefähr 1-2cm maximal. Unter bestimmten, für sie optimalen Bedingungen, können sie auch mal bis zu 10 -12cm groß werden. Aiptasien haben relativ lange sich zuspitzende Tentakeln.
© Heinz Mahler 2007-2008
Glasrosen gehören zu den Phylum Cnidaria und haben wie alle Mitglieder dieser Gattung sehr starke Nesselzellen. Diese Nesselzellen, genannt Cnidocyte, enthalten ein sehr starkes Nesselgift. Korallen, die in Kontakt mit Glasrosen kommen, werden mehr und mehr „vernesselt“ was bei den meisten Korallen unweigerlich zum Tod führt. Glasrosen können recht schnell zur Plage werden, da sie sich extrem schnell vermehren können und so das Wachstum der Mitbewohner stark beeinträchtigt.
Woher kommen sie und wie gelangen sie in unsere Aquarien. Nun, Glasrosen werde zumeist „Huckepack“ in frisch importiertem Lebendgestein in unsere Aquarien eingebracht. Auch auf Ablegersteine von Korallenablegern habe ich sie schon gesehen. Sie sind folglich nur sehr schwer aus unseren Aquarien fern zu halten. In Meer findet man sie praktisch überall an Korallenriffen und Küsten, hauptsächlich jedoch in eher tropischem Klima.
Warum und wie reproduzieren sich Glasrosen so schnell in unseren Aquarien? Nun, es gibt Aquarien in denen es zwar Glasrosen gibt, diese sich aber so gut wie gar nicht vermehren. In anderen Aquarien wiederum vermehren sie sich extrem schnell. Eine Vermutung ist, dass sie sich in Nährstoffreichen Aquarien, bedingt durch eine starke Fütterung, eher stärker als in Nährstoffarmen Aquarien vermehren. Tatsache jedoch ist, dass sich Glasrosen selbst aus kleinsten Fragmenten Ihrer Zellstruktur wieder zu einem vollkommenen Tier entwickeln. Darum der Rat, niemals Glasrosen zerquetschen oder abschneiden oder gar abreißen. Aus den Fragmenten entstehen dann sicher mehrere neue Glasrosen.
Nun, bleibt die Frage „ Wie werde wir die Glasrosen wieder los“? Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten/Methoden, einmal die „chemische“ und zum anderen die „natürliche“ Methode. Es sind diverse Mittel auf dem Markt mit deren Hilfe man Glasrosen entferne könne soll. Leider war es bei mir, sicher auch bei vielen anderen Aquarianern, eher weniger bis gar nicht Erfolgreich, Glasrosen mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. Eine Ausnahme gibt es, Salzsäure. Um aber Salzsäure(10%ig) einsetzen zu können, muss man das betroffene Gestein a erreichen können, oder b aus dem Aquarium zur „Behandlung“ entnehmen könne. Das ist leider selten der Fall. Bleibt der Einsatz von natürlichen „Fressfeinden“ oder eine Kombination aus beidem. Auch Kalziumhydroxid ist ein oftmals wirksames Mittel. Man löst 2 Teile Wasser in einem Teil Kalziumhydroxid auf und spritzt dieses Gemisch der Glasrose in ihre Mundöffnung. Wenig später beginnt sich die Glasrose aufzulösen und kann abgesaugt werden. Leider trifft auch hier, wie für die Salzsäure-Lösung zu, man kommt nicht an alle Glasrosen im Aquarium.
Natürliche Fressfeinde der Glasrose
Berghia verrucicornis
Einer der wohl erfolgversprechensten Fressfeinde und möglicherweise der mit dem besten Potential ist meiner Meinung nach Berghia verrucicornis. Diese Schnecke wurde erstmals in einen Artikel von Carrol & Kempf (1990: On Aiptasia eating Nudibranch. Biol. Bull. 179: 243-253) Als Fressfeind genannt. Später wurde von den beiden auch zu Zucht und Haltung einiges veröffentlicht. Inzwischen kann man die Tiere im ausgesuchten Handel erwerben. Da sie sich ausschließlich von Glasrosen ernähren, ist ein nahezu 100%tiger Erfolg bei der Bekämpfung von Glasrosen relativ sicher. Ein Problem gibt es allerdings. Da die Schnecke sich ausschließlich von Glasrosen ernährt, ist sie mehr oder weniger zum sterben verurteilt wenn keine Glasrosen mehr vorhanden sind. Eine Möglichkeit wäre es, Glasrosen in einem kleinen Becken zu züchten und die Schnecke dahinein zu setzen, wenn im Hauptbecken keine Glasrose mehr vorhanden ist. Eine andere ist es, sie an andere Aquarianer mit Glasrosenproblem „auszuleihen“.
Falterfische:Chelmon rostratus und Chaetodon kleinii
Sowohl Chelmon rostratus als auch Chaetodon kleinii sind Fressfeinde von Glasrosen. Ich selbst habe zwar nie beobachten könne das einer von beiden an den Glasrosen gezupft hat, jedoch konnte ich feststellen das diese immer weniger wurden. Wer hat auch schon die Zeit ein Tier rund um die Uhr zu beobachten. Wichtig ist das festzustellen ist, „sie fressen“ Glasrosen, einmal mehr ein anderes mal eher weniger. Ob und in welchem Umfang sie Glasrosen fressen hängt sicher auch von der sonstigen Fütterung ab. Wir essen ja auch nicht jeden Tag ein Schnitzel, ich zumindest nicht.
© Richard Goile 2007-2008
Lysmata wurdemanni und Rhynchocinetidae sp.
Beide Garnelen sollen ebenfalls Glasrosen fressen, ich halte keines dieser Tiere kann dazu folglich auch nur mitteilen was ich in diversen Foren und Berichten gelesen habe. Sie sollen beide relativ erfolgreich Glasrosen fressen.
© Richard Goile 2007-2008
